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Die Marktkirche Unserer Lieben Frau oder Aller Seelen
 
        I.            Auf dem Stich von Merian (1640) sehen wir außer der Stiftskirche St. Zeno am Friedhof eine Totenkapelle als Johanniskirche und eine Kirche „Aller Seelen“ gerühmt als „ein ausgezeichnet schönes Gotteshaus mit prächtigem Turm und Krypta (Hibler 1810).“ Wir besitzen von dieser „gemeinen Marktkirche“ keine genaue Beschreibung. Auf dem Stich erweist sie sich deutlich als gotischer Bau mit barockem Turmaufbau . Höchstwahrscheinlich stand sie am Platz einer romanischen Kirche, von der sich nur die Krypta erhalten hatte. Die Oberkirche war eine Marienkirche; die Unterkirche bzw. deren Altar war dem Abt Anton dem Einsiedler geweiht. In der älteren Matrikel werden Ulrich und Anton genannt, die hier als besondere Patrone des Marktes verehrt werden.
Seit dem Schwedenkrieg 1618 - 1648, also seit der Zeit, in der die uns erhaltenen Kapellenrechnungen beginnen, die unsere einzige Quelle für die Marktkirche, d.h. für die folgenden Ausführungen bilden, ist das Ulrichs-Patronat verschwunden. Doch wird sein Fest weiter gefeiert; am Ulrichsmarkt werden die Opferbüchsen der Marktkirche geleert.
Möglicherweise ist die Verehrung St. Ulrichs nach der Einverleibung Bayern´s durch die Franken entstanden und durch St. Maria wieder verdrängt worden. Ob aber im 9. Oder 10. Jahrhundert eine romanishce Vorfahrin unserer Marktkirche eine Leute Kirche war, also eine von weltlichen Kleruskern verwaltete Seelsorgekirche, ist schwer zu beweisen. Tatsache ist, daß auch nach Gründung des Kollegiatstiftes St. Zeno und bei Einverleibung der Pfarrei Isen in das Stift 1228 ein weltlicher Pfarrer die Seelsorge ausübte.
Weiterhin sehen wir, daß diese Liebfrauenkirche außerhalb des Friedhofs lag, mit dem Hauptportal auf dem Marktplatz; ein zweiter Eingang lag im Süden, also nicht wie fälschlicherweise auf dem Stich von Merian von Nord-West nach Ost, sondern von Süd nach Nord, analog dem unschönen Privathaus, das heute an der Stelle steht. (gemeint ist das ehemalige Uhren- und Schmuckgeschäft Neuberger)
 
Laut Befehl der Regierung Montgelas vom 16. August 1803 (Säkularisation) wurden die zwei Marktkirchen als überflüssig erklärt und zum Abbruch freigegeben. Dieses schlimme Schicksal traf auch unsere Marktkirche „Unserer Lieben Frau“ im Jahre 1806. Zum Glück konnte die St. Josefskapelle am Ranischberg durch Ankauf gerettet werden. (Der Käufer war der damalige Hofwirt Lechner, nachzulesen im Büchlein „Das Kloster Isen“ von Ludwig Heilmaier).
In diesem Buch wird auch auf das Patronat des hl. Stephan, eines sehr beliebten fränkischen Heiligen in der Unterkirche von St. Zeno hingewiesen. Auch dieses Buch von Heilmaier befaßt sich mit der Frage nach einer ehemaligen fränkischen Hofkirche in Isen.
Die Kirche „Unserer Lieben Frau“ wird von Anfang an als Marktkirche betitelt und naturgemäß hatten die Stifts-Kanoniker auch bei dieser Kirche gottesdienstliche Verrichtungen durchzuführen und der Stifts-Mesner war auch Mesner der Marktkirche.
Das Stiftskustoreiamt besorgte die Licht- und Wachssachen sowie die „Cautherey“, das heißt, der Stiftskantor hatte dafür zu sorgen, daß seine Sänger und der Stiftsschulmeister an allen Gottesdiensten teil nahmen.
Aber alle Bausachen und selbst die Beschaffung der Paramente wurden aus dem Fond „Marktkappellensitz“ geleistet. Andererseits wurden die Kapellenrechnungen nicht nur vom Amtskämmerer (Bürgermeister) unterzeichnet, sondern auch vom Dekan und dem Scholasten des Chorstiftes.
Wir haben also eine echte Marktkirche vor uns, auch mit dem Namen „Allerseelen Kapelle.“ Sie trägt hauptsächlich den Namen durch die große Bruderschaft „zu unseren verstorbenen Christigläubigen.“ (centraternitas fidelium defuntorium)
Im Totenbuch der Pfarrei Isen wurde am 17. März 1720 Scholasticus Cajetan Kraßmaier seinem letzten Willen entsprechend, in der äußeren Unterkirche, zum hl. Antonius sepultus bestattet. Er war sicher nicht der einzige, der diese Gruft, diesen Totenacker zur Grabstätte wählte. Es beweist auch, daß dieser Raum nicht klein war, da noch eine Masse Totengebein zu sehen gewesen waren.
Die Rechnungen, soweit wir sie im Gemeindearchiv Isen besitzen, tragen verschiedene Titel. 1762 lautet ein Titel: „Rechnung der lobwürdigen Lieben Frauen und aller christgläubigen Seelen Capellen zu Isen.“ 1680 heißte es: „Rechnung der gemeinen Marktkapelle U.L.Fr. und des Leprosenhauses.“
Diese Kirche wird als Angelegenheit des Marktes behandelt, obwohl auch vom Stift unterzeichnet wurde. Die Rechnungsbücher wurden 1710 von Veit Hintermaier, dem Marktschreiber des Hochfürstbischöflichen Marktes Isen geführt. Er war auch Aufschläger und Umgeldadjunkt (Gehilfe), Gerichtsprokurator, Verwalter der Kapellen und des Leprosenhauses. Die Rechnungen wurden auch von Bäcker Anton Greißl, Mitglied des äußeren Rats unterzeichnet. (Greißl wurde 1722 Amtskämmerer).
Auffallend ist die gemeinsame Führung der Kapellen- und der Leprosenrechnungen. Es kam vor, daß Gelder der Leprosenstiftung einfach für den Umbau und die anfallenden Ausbesserungen an de rKapelle verwendet wurden.
Das Leprosenhaus, eine Fürsorge für die Siechen, geht auf sehr frühe Zeiten zurück. Das Kloster und das Stift machten sich zur Aufgabe den ärmsten der Armen zu helfen. Diese Aufgabe ging aber mit der Zeit immer mehr in die Hände des erstarkten Marktes über.
 
Man liest zunächst in den alten Rechnungen nur Bausachen. 1640 erhält Gastwirt Saulrapp 17 Fl. (gulden) zurück, die er ausgelegt hat, „wegen Pauung des Turmes und wegen der großen Fenster in der Gruft.“
Diese geringe Summe läßt auf eine Restaurierung schließen. Doch könnte es auch eine Teilschuld gewesen sein, für eine Stuck- oder Turmrechnung von „Unserer lieben Frau abgeprunnenen Capelln nach der vorausgegangenen Prunst der Turm abgestürzt war.“
Die Dächer der Kirche waren durch den Brand sehr stark beschädigt und das Glockenmetall mußte damals zusammengesucht werden. 1671 wurden laut Rechnung über die gemeine Marktkapelle und das Leprosenhaus, 10 Gulden die dem Leprosenhaus gehörten zum Turmbau der Kirche verwendet.
Ein weiterer Brand geschah im Jahre 1676. Die Rechnungen hierfür ziehen sich durch drei Rechnungsjahre, die vom Stiftsdekan Wettinger, vom Amtskammereer Caspar Pachleitner und Christoph Tucher vom äußeren Rat unterschrieben wurden.
Die neuen Glöcklein (es waren derer zwei) wurden in München gegossen und nach Freising zur Weihe gebracht. Sie kosteten unter Anrechnung des alten Metalles 25 Gulden, die durch Eintreiben einer rückständigen Schuld des Ertlmaier von Rosenberg gedeckt wurden. Es war viel Holz für das Gerüst nötig, damit der Kuppelbau in Angriff genommen werden konnte.
Der Zimmermeister hat mit dem Amonknecht die Tränk im Turm eingezogen und die Helmstange aufgemacht. Der Kupferschmied hatte die Turmkugel auszubessern und mit goldener Farbe anzustreichen. Der Niedermüller lieferte 15 Pfund Leinöl zum Ausstreichen, während dem löblichen Herrn Amtsdiener die schöne Aufgabe zukam, etliche alte Nägel „kradt“ (gerade) zu klopfen. Zuletzt gab es zur Hebfeier um 45 Kreuzer Fürstwein, der aber als sehr sauer empfunden wurde.
 
Rupert Fruth
 
Hier: gekürzte Fassung Christian Eberl 2012

 
 

 

 
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