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Brand der Zeigelei Meindl 1938


1.       Brand der Ziegelei Meindl 1938 – Bericht des Haager Booten:
Gewaltiger Brand wütete in Isen – Ziegelwerk Meindl Ein Flammenmeer – 500.000 Reichsmark Schaden – Harte Arbeit der Feuerwehr
 
Am Samstag abends, gegen 9 Uhr bemerkte man in der Garage der Ziegelwerke Meindl in Isen einen Brand, der von einem dort untergestellten Lastwagen, wahrscheinlich durch Kurzschluß seinen Ausgang genommen hatte. Durch das in der Garage lagernde Öl und Benzin entwickelten sich derartige Flammen, daß die zahlreichen Löschversuche mit Handfeuerlöschgeräten wirkungslos waren. Vielmehr griffen die Brände über auf die anstoßende Preßhalle und fanden hier, da die Halle hauptsächlich aus Holz gebaut war, reiche Nahrung. Binnen weniger Minuten war die Halle mit ihren wertvollen Maschinen ein einziges Flammenmeer.
Großfeueralarm wurde ausgerufen und Hilferufe an die umliegenden Wehren von München und Erding gingen telefonisch hinaus. Mit anerkennenswerte Schnelligkeit waren die umliegenden Wehren zur Stelle, bauten blitzschnell ihre Schlauchanlagen. Zunächst schloß man an die Hydranten an und dann stellte man die Motorpumpen an der Isen auf.
Trotz aufopfernder Arbeit der erschienenen Wehren gelang es aber nicht, den Brand der Preßhalle zu unterdrücken. Der starke Wind entfachte Flammen von kaum glaublicher Größe, riß Funken heraus und trieb sie weit in die Nacht hinaus. Es konnte auch nicht verhindert werden, daß die Flammen auch auf die Trockenhalle übergriffen. Als dort der Brand auflohte, trafen fast zur gleichen Zeit die Erdinger und Münchner Wehren mit den Motorspritzen ein. Die Wagen fuhren hinunter an die Isen, setzten ihre Motorpumpen ab und im Nu waren die Leitungen heraufgezogen, die Schlauchwagen angeschlossen und dann rückte man mit elf Schlauchanlagen dem Feuer zu Leibe, das nun auch von der neuen Maschinenhalle Besitz ergriffen hatte, und von den Höhen, die Isen umgeben, bot sich ein schauerlicher Anblick.
Riesige Flammen lohten zum Himmel empor, der tiefgerötet war und flackerten und zuckten dort droben wider. Leichtes Schneetreiben hatte eingesetzt und durchnäßte die fieberhaft arbeitenden Feuerwehrmänner. Durch die großen Wassermengen, die in den Brand hineingespritzt wurden, wurde der Boden an vielen Stellen stark aufgeweicht. Die benachbarten Wehren hatte nach besten Kräften ihre Pflicht erfüllt. Wir sahen an der Brandsätte u.a. die Wehren aus Isen, Haag, Hohenlinden, Reithofen und Dorfen, die dem Alarmruf Folge geleistet hatten. Erst dem Einsatz der schweren Geräte von München (Obering. Gatterer) und Erding (Kommandant Max Raab) gelang es den Elementen endgültig Herr zu werden. Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß es sich bei der Münchner Wehr um Berufsfeuerwehrmänner handelte, verdient die mustergültige Leistung der Erdinger Männer ganz besonders herausgestellt zu werden. Wir hatten selbst Gelegenheit, die klare und blitzschnelle Befehlsgebung und –Ausführung der Erdinger zu sehen. Das neue Gerät hat erneut seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt, die aber nur herausgeholt werden kann, wenn die Arbeit der Mannschaft sauber und klar erfolgt.
Die Bekämpfung der Brandherde wurde mit Umsicht und in enger Zusammenarbeit mit den Münchener Kameraden vorgenommen. Es war bei der Größe des Brandes vollkommen klar, daß die Maschinenhalle nicht mehr zu retten war. Immerhin konnte man im schneidigen Angriff auf dieses Gebäude den Übergriff des Brandes auf die Drahtseilbahn verhindern, nachdem es den anderen Wehren vorher schon gelungen war, die Gefahr von der Ofenanlage abzuwenden. Nach etwa zweistündiger Arbeit war das Gröbste getan. Zwar saßen unter den glimmenden und schwelenden Balkenreitern und Maschinentrümmern immer noch starke Brandherde, aber mit diesen konnten die örtlichen Feuerwehren alleine fertig werden. Als die auswärtigen Wehren bereits abbauten, traf von Wasserburg kommend Kreisleiter Kuhn an der Brandstelle ein.


Sattler Archiv Isen