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Das Ländchen des heiligen Zeno

   
 


 

 

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Das Ländchen des heiligen Zeno
 
Das Jahr 1952 lenkt den Blick zurück auf ein Ereignis, das vor 150 Jahren unsere Heimatgeschichte wesentlich bestimmt hat: die Säkularisation der bischöflich freisingischen Herrschaft Isen/Burgrain. Unsere Heimatgeschichte ist nämlich ein volles Jahrtausend Herrschaftsgeschichte gewesen – eine Tatsache, die von der örtlichen Geschichtsforschung noch nicht ins rechte Licht gerückt worden ist, obwohl uns Ludwig Heilmaier ein umfassendes Werk zur Geschichte der Herrschaft hinterlassen hat.
Die ersten Ansätze für das Entstehen unseres Bischofländchens fallen in das Jahr 808, wo Bischof Atto von Freising zu den Klosterbesitzungen in und um Isen von dem Fagan Riphwin auch noch die Burg Burgrain durch Tausch erwarb. Ludwig der Fromme bestätigte 824 den Landbesitz, und die angesehene Stellung der Bischöfe als Reichsfürsten bot im Hochmittelalter die Möglichkeit, für Isen und Burgrain die Landeshoheit durchzudrücken. Das Herrschaftsgebiet umschloß dabei das obere Isental und gliederte sich verwaltungsmäßig in ein oberes und unteres Gericht. Heute noch zeigen 13 wuchtige Granitsäulen zwischen Schnaupping und Lengdorf die alte Landesgrenze gegen die Grafschaft Haag. Als oberste Beamte bestellte der Bischof Landpfleger, meist adelige Herren, die selten im Herrschaftsgebiet wohnten. Die Verwaltungsgeschäfte lagen so in Händen der Gerichtsschreiber, die im 18. Jahrhundert, wie Christian Pfest, ehedem Oberschreiber beim Pfleggericht Neumarkt, oder auch Thomas Pfest, den Titel eines hochfürstlichen Rates führten. Zahlreiche Angestellten, Boten, Schreibgehilfen, Gerichtsschergen, Förster, Jäger, Gutsverwalter, Braumeister, Ziegler, Wasenmeister standen ihnen zur Seite.
Es war ein gesegnetes Jahrtausend, das die Herrschaft unter dem Krummstab erlebte. Die inneren Wirren und Umwälzungen der Zeit gingen am Ländchen meist schadlos vorüber. So merkten die Isener die Willkür eines entarteten Rittertums nur in den Drohungen des Frauenbergers Siegfried von Haag; Bauernunruhen zeigten sich im Ländchen überhaupt nicht; selbst die Reformationszeit brachte lediglich dem Häusler Siglsberger von Burgrain eine strenge Strafe und dem Isener Chorherren fürsorgliche Ermahnungen. Nur die Ungarnstürme und der Dreissigjährige Krieg stürzten auch die Herrschaft Isen/Burgrain in tiefe Not und schweres Elend.
Mit den Friedenszeiten aber blühte der Markt wieder auf, und der Magistrat erfreute sich besonderer bischöflicher Gunst. 1434 erhielt Isen von Bischof Nikodem die Marktprivilegien, 1548 verlieh der Kaiser Sigismund den Bürgern das Marktwappen und ein reiches Zunftleben entfaltete sich im Ort. Mit der Geschichte des Ländchens steht eng verknüpft die Geschichte des Kollegiatstiftes St. Zeno. In der Mitte des 9. Jahrhunderts dürfen wir seine beginnende Entwicklung ansetzen, da Bischof Anno einige Wiesen mit Einverständnis von Isenern Kanonikern vertauschte. 1129 ist Probst Hochhold beurkundet und er wird kaum der erste in der Reihe der Isener Pröbste sein. Als ganz besondere Leistungen des Stiftes sehen wir heute noch das Zenomünster, wie es Priester, Ritter, Bürger und Bauern unter Probst Ulrich um 1200 vollendet haben. Um 1490 kam zwar die Vorhalle dazu, und im 17. Jahrhundert wurde die ganze Kirche barockisiert.
Der Donner der Geschütze aus der Schlacht von Hohenlinden in den Dezembertagen des Jahres 1800 kündete dem Ländchen das Ende einer tausendjährigen Epoche. Am 23. August 1802 besetzten 56 Mann vom kurfürstlichen Leibregiment unsere Haupt- und Residenzstadt Freising und Fürstbischof Josef Konrad war nicht mehr Herr im eigenen Lande. Im November 1802 wurde ihm die Auflösung seiner Herrschaftsgebiete verkündet, die dann der Reichsdeputationshauptschluß von 1803 endgültig besiegelte. Im Ländchen selbst hatte sich die Auflösung fas schicksalhaft angemeldet. 1797 war der letzte Pfleger, J. B. Willibald von Freyberg, nach zweijähriger Amtszeit gestorben und ihm folgte 1802 der letzte Gerichtsschreiber Peter Gaßner im Tode nach. Als Sterbender erhielt er noch die Nachricht von der vorläufigen Umwandlung der Herrschaft in ein bayerisches Landgericht. So stürmten die Wogen der Zeit auf seine Wittfrau ein, auf die Gerichtsschreiberin Anna Otthilia Pfest. Sie war aber keineswes eine schwache Frau! Im Amte aufgewachsen verhandelte sie mit Geschick und Umsicht, und bis 1808 stritt sie tapfer um Ehre und persönliche Rechte. Dabei schenkte sie 11 Kindern das Leben! Die Herrschaftsangestellten wurden pensioniert, die Herrschaftsgüter kamen 1804 zur Versteigerung. 1805 erfolgte die Einverleibung des Landgerichts Burgrain und der Hofmarken Kopfsburg und Zeilhofen in das Landgericht und Rentamt Erding. Aus dem ehemaligen Herrschaftsgebiet entwickelten sich die Gemeinden Isen, Lengdorf, Schnaupping und Mittbach. Im Dezember 1802 verkündete ein kurfürstlicher Kommissär dem letzten Isener Stiftsdekan Andreas Göttner, einem Sohn unserer engeren Heimat, die Auflösung des Stiftes St. Zeno. Dekan Göttner, der vorbildlich seines Amtes gewaltet hatte, mußte mit seinen Chorherren in den Ruhestand treten. Aus dem Stifte entstand die Pfarrei Isen. Unser Gotteshaus erfuhr einige bauliche Umgestaltungen und wurde Pfarrkirche. Die Allerseelen-Marktkirche kam 1805 zum Abbruch. Kanonikus und Vikar J. B. Hibler, der 1802 erst sein Kanonikat erhielt, trug die Würde des ersten Isener Pfarrherren. Ja, Hibler mußte seine Würde wahrhaft tragen! Er hatte am bischöflichen Seminar zu Dorfen studiert, dort später als Kurat und Professor gewirkt und nun bei Auflösung des Stiftes Isen entfachten gekränkte Gemüter einen unentwegten Haß- und Verleumdungsfeldzug gegen den geistvollen Mann. Und schicksalhaft erscheint es wieder, daß er als letztes Mitglied des alten Isener Stiftes, leiderfüllt und verlassen in München gestorben ist. So endeten Bischofsländchen und Stift vor 150 Jahren. St. Zeno aber hält auch jetzt seine segensvollen Hände über Markt und Land und wir bitten weiter um seinen gütigen Schutz.
Zeno Pfest, Das Mühlrad 1952

 
 

 

 
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