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Hagelunwetter am 10. Juni 1928
 
Einen entsetzlichen Abschluß erlebte Isen am heutigen Fronleichnamssonntag. Ein Hagelunwetter, wie es seit Menschengedenken hier nicht gegeben hatte, brach gegen 6 Uhr abends über Isen herein. Die drückende Schwüle, welche den ganzen Tag sengend und glühend herniederbrütete, ließ bereits am Morgen ein kommendes Gewitter ahnen. Das plötzliche Hereinbrechen aber und die Auswirkung versetzte Mensch und Tier in berechtigten Schrecken. Die Störungen der Fernverbindungen lassen es noch nicht zu, Bericht über das Ausmaß des Gewitters zu erfahren, doch hört man mit ziemlicher Sicherheit von schlimmen Nachrichten aus Burgrain, Buch, Hohenlinden usw., doch dürfte gegen Norden die Sache sich abschwächen. Isen bildet heute ein Bild gräßlichster Art. Eine ungefähre Vorstellung kann man sich machen, wenn man erfährt, daß die Eisklotze (Schlossen kann man solche Dinger nicht mehr nennen) 100 bis 200 Gramm wogen und bis zu einer Größe von 15 Zentimeter Durchmesser gefunden wurden. In keinem Gebäude dürfte auf der Westseite noch ein ganzes Fenster zu finden sein. Die Bedachungen sind, ohne Übertreibung, mit Sieben zu vergleichen. Es sind Dachflächen vorhanden, welche keine ganzen 10 Dachplatten mehr tragen. Die elektrischen Leitungsdrähte hängen an allen Straßenecken oder liegen gänzlich getrennt am Boden. Es hat aufgehört Sonntag zu sein. Alles zieht mit Schub- oder Handkarren, Rucksäcken und Gespannen zur Meindl´schen Ziegelei, um heute noch notdürftig sein Dach ausbessern zu können, denn der Himmel steht voll von Wolken und dazu kein Licht. Der Anblick mancher Gebäude und dazu der Meindl´schen Fabrik ist gräßlich. Man dürfte sich nur die geschwärzte Rauchwolke darüber denken und man hat den regelrechten Vergleich mit einem Kriegsschauplatz. Der Schaden an der Meindl´schen Fabrik kann allein bei minimaler Bezeichnung auf ca. 12.000 Mark geschätzt werden. Daß auch die Winterfelder mit 100%iger Vernichtung angesprochen werden müssen, ist selbstverständlich. Auf den Feldern liegt der Weizen und das Korn, das Brot des Landmanns und des Märklers – zermalmt – zerschlagen und der Geschäftsmann wird gar oft es heuer hören müssen: Der Schauer hat geschlagen!
Die Nacht von Sonntag auf Montag war für Isen und Umgebung eine schreckliche. Der gefürchtete Regen setzte ein und währte die ganze Nacht und dauert auch in den Vormittagsstunden ungeschwächt fort. Seit 4 Uhr morgens stellen sich die Dachgeschädigten an der Ziegelei an, um die so notwendigen Ziegel zur Ausbesserung der Dächer zu erhalten. Bis zu 90% der Dächer sind auf der Westseite beschädigt. Merklich fühlbar macht sich der Mangel an Hilfskräften und Material, sowie der zum Transport notwendigen Fahrzeuge. Die Meindl´sche Fabrik leistete ihr möglichstes, deren Arbeiter, deren Wohnungen fast ausschließlich selbst sehr beschädigt sind, haben unter Einsatz ihrer gesamten Arbeitskraft seit Beginn dieses Ereignisses hervorragendes geleistet. Zur Einleitung einer umfassenden Hilfsaktion hat Herr Forstrat Dr. Escherich das möglichste getan. Der Regierungspräsident von Oberbayern, sowie amtliche und private, prominente Stellen sind von diesem folgenschweren Ereignis benachrichtigt und haben rasche Hilfe zugesagt. Wir verweisen an einen von Forstrat Escherich gezeichneten Aufruf, den wir in gleicher Ausgabe an erster Stelle bringen. In anerkennenswerter Weise hat die Umgebung Isens zur Hilfeleistung gesandt, was an Mannschaften und Fahrzeugen zu senden war. Die freiwillige Feuerwehr Haag, die Arbeiter des dortigen Klosterbaues, sowie verschiedene Hilfkräfte aus Lengdorf und weiteren Orten waren raschestens zur Stelle und verwendeten ihre Kraft um den schwergeschädigten ihre erste Hilfe zu leisten. Weitere Schadenmeldungen kommen aus den Gegenden Anzing und Forstinning, wo man ebenfalls 100%ige Ernteausfälle konstatieren muß. Leichtere Schäden werden aus Hohenlinden und Buchrain gemeldet.
 
(Haager Bote, 10. Juni 1928)


 Folgebericht aus dem Haager Boten
 
Ein weiteres schweres Hagelunwetter suchte Isen am Samstag, den 20. Mai 1899 heim:
 
Am vergangenen Samstag halb 8 Uhr entlud sich über Isen ein schreckliches Hagelunwetter. Volle 10 Minuten lang fielen haselnußgroße Hagelkörner in solchen Massen, daß sie über handhoch den Boden bedeckten und die ganze Gegend in eine förmliche Winterlandschaft verwandelten. Es waren entsetzliche Minuten und ein schauerlicher Anblick. Die Obsternte ist gänzlich vernichtet; die Gärten sind verwüstet und mit abgeschlagenen Blüten und Blättern übersät. Überaus traurig ist der Anblick der vorher im reichen Blütenschmuck prangenden Obstbäume; die meisten stehen kahl wie Besenreis da. Zum Glück herrschte fast völlige Windstille, so daß doch wenigstens die Feldfrüchte nicht völlig verhagelt wurden, wenn sie auch schwer genug gelitten haben. Seit 30 Jahren weiß man sich hier eines solchen Hagelwetters nicht zu erinnern. Die angemeldeten Flurschäden bewegen sich zwischen 25 und 50%. Am härtesten wurde die Gemeindeflur Isen betroffen; doch sind hier wie auch in der Gemeinde Mittbach die meisten Geschädigten versichert. Wie der eine ernstliche Mahnung an die Landwirte, ja auf die Versicherung ihrer Feldfrüchte bedacht zu sein.
W.A. Haager Boote vom 20. Mai 1899
 
Sturm in Isen 12. Januar 1899
 
Die schrecklichen Stürme vom 12. des Monats haben in den Staatswaldungen schreckliche Verheerungen angerichtet. Weit über 20.000 Ster Windwurf werden allein für die nächstgelegenen Forste berechnet; Im ganzen Forstamtsbezirk Isen dürften damit wohl 60.000 cbm Holz zur Abgabe gelangen. Es ist jammerschade um die herrlichen Wälder, die sich seit dem unheilschweren Cyklon nicht mehr zu erholen vermögen und infolge der eingerissenen Windlöcher sowie des gelockerten Bodens und Wurzelwerks streckenweise zum Erliegen kommen. Es bleibt nichts anderes übrig, als für rasche, umfassende Nachpflanzungen, bzw. Wiederaufforstungen zu sorgen und hierauf scheint das hiesige Forstamt auch in weitgehendem Maße vorbereitet zu sein, denn mehr als 300 Pflanzgärten sind bereits angelegt und mit Waldpflanzen bestellt.
Haager Boote 31. Januar 1899

 
 

 

 
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