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Isener Geschichten


 
 

 

 
Unsere Lokalbahn
 
 

Blick auf die Jahrhundertwende
  
Die Jahrhundertwende brachte einen gewaltigen Fortschritt in der Entwicklung Isens. Industrie, Technik und neue Verkehrsmittel hielten Einzug und führten den alten, stillen Markt in die lebendige Gegenwart.
 
 
1893 Neubau der Wasserleitung. Die hölzernen Marktbrunnen verschwanden. Fließendes Wasser kam in alle Häuser.

Um 1895 erster Isener Industriebetrieb. Hans Bachmaier gründete die Ziegelei. Die Brennöfen der Bauernziegler erlöschten. 1898 stand die Fabrik in voller Entwicklung. 1902 ging das Unternehmen in die Hände von Kommerzienrat Josef Meindl über. Der Aufstieg zum modernen Tonwerk setzte ein. 

Ab 1897 Elektrifizierung Isens. Xaver Mittermaier erbaute die Lohmühle, Isens erstes Kraftwerk. Eine damals neuzeitliche Turbine trieb den ersten Dynamo. Licht und Kraft kam in die dunklen Häuser und Straßen des Marktes. Die Petroleumfunseln hatten ausgedient. 1903 verlegte X. Mittermaier sein Werk in den Gries. Isens Elektrowerk entstand.
1903 ratterten die ersten Motorräder.Wendelin Rosenhuber, Xaver Mittermaier und Hans Bachmaier waren die stolzen Besitzer. 
1904 erhielt Isen die erste öffentliche Fernsprechstelle im Kaufhaus Wimmer.
 

Wesentlich trug an der Entwicklung des Ortes die Erbauung der Lokalbahn Thann-Matzbach – Isen – Haag bei. Am 18. September 1900 pfiff das erste Züglein und verband Isen mit der weiten, weiten Welt.
  
 
Die Baugeschichte der Lokalbahn
 
 
 
1895 Gründung des Distrikt-Eisenbahn-Komitees. Tagungslokal war das Gasthaus Kefer in Haag.
 
 
 
 
Vorliegende Pläne:         München-Anzing-Forstinning- Hohenlinden-Haag
 
 
 
 
                                        Dorfen- St. Wolfgang-Haag
 
 
 
 
                                        Thann Matzbach-Isen-Haag
 
 
 
 
14.3.1896 Genehmigung des Baues durch den Landtag. 1898 Aussteckung der Linienführung, ab Oktober Beginn der Erdarbeiten und des Baues der Isenbrücken bei Lengdorf. 18.9.1900 erste Fahrt, eine Probefreifahrt.
 
Zeno Heilmaier:“Am 18. September 1900 wurde die Probefahrt unserer Lokalbahn abgehalten. In Isen war festlicher Empfang des Zuges von Lengdorf, Thann-Matzbach her, unter Böllersalven, bewillkommt vom Gemeindeausschuß, der Feuerwehr, Veteranenverein, Schuljugend u.s.w. Auf Einladung des Bahndirektors Ritter von Ebermaier wurde Platz genommen und nach Haag gefahren, wo gleicher Empfang vorbereitet war und ein Diner veranstaltet wurde. Abends 6 Uhr Rückfahrt.“
 
27.9.1900 dienstliche (offizielle) Eröffnung.
 
 

Erster Fahrplan: Nach Haag 8.30 Uhr, 14.45 Uhr und 20.34 Uhr
 
 
 
Nach Thann Matzbach 5.51 Uhr, 11.51 Uhr und 17.00 Uhr



 
 
 
 
 


Die Teufelssache

 
 
 
„Tsch—tsch—tsch. Geht scho´--geht scho´-- geht scho`besser, geht scho besser, tsch,  tsch, tsch.“ So schnaufte unser Züglein seit einem halben Jahrhundert das Schinderbachtal hinauf. 
 
 
Der Bau unserer Lokalbahn war ein bedeutendes, umwälzendes Ereignis. Er schloß den alten Markt Isen, der im Laufe der Jahrhunderte mit der oberen und mittleren Zeile und dem Gries eine scheinbar endgültige Entwicklungsstufe erreicht hatte, an die wachsende Welt und es ist erklärlich, dass diese Tat die Meinungen, beharrlicher und fortschrittlicher Art, kreuz und quer durcheinander warf.
 

Das zeigte sich schon bei den Tagungen des Distrikt-Eisenbahnbau-Komitees. Es dauerte geraume Zeit, bis sich die Herren auf die Linienführung Thann-Matzbach-Isen-Haag einigten und der Distriktsrat hatte mit den streitbaren Gemütern oft seine liebe Not. 

 
Das zeigte sich auch bei den Bauern, denen die Grundabtretung die Köpfe erhitzte.Wie spreizte sich der Fischerbauer von Höselsthal, als es um seine Kiesgrube ging und Regierungsrat Berchthold und Bauführer Landgraf hatten viel zu reden und zu laufen.
 

Auch in Isen prallten die Meinungen aufeinander, besonders wenn die Bürger am Stammtisch saßen. „Das sag ich euch, in die Stadt fahrens hinein, nix ist ihnen heraußen mehr gut genug, zusperren können wir noch, soweit kommts!“ Aber diese Stimmen waren wenige. Es gab Männer im Markt, die sich begeistert und selbstlos für das entstehende Werk einsetzten, wie der Weinwirt Schärfl, Hauptlehrer Pilmes, Bürgermeister Forstmaier und Altbürgermeister Reitmaier.
 
Und die beiden Berginger, der Göttner und der Kühpeter! Sie waren übrigens die letzten, die unsere alte, schöne Bauerntracht trugen. Kurzer, dunkler Janker, - blitzende Silberknöpfe an der Weste, - Lederhose in schweren Stiefeln, mit hohen, glänzenden Schäften. Eine kleine, runde Mütze, deren Klappen im Winter vor Schnee und Eiswind schützten. Um die Schultern hing ein weiterer Umhang, aus feinem, tiefblauem Tuch, an der Brust von einer Silberspange zusammengehalten. 5 m Stoff waren zu diesem schönen Umhang nötig! Nun, die beiden Berginger waren zwei unzertrennliche Freunde und Nachbarn. Sonntag für Sonntag besuchten sie einträchtig das Hochamt, einträchtig saßen sie bei den Weißwürsten und einträchtig schritten sie wieder heimzu. Nur mit dem Bahnbau konnten sie nicht einig werden. Der Göttner lobte das Bähnlein und freute sich, der Kühpeter aber hielt es für eine Sache, die nie und nimmer gut ausgehen konnte. „De Gschicht, des sog i da, de taugt nix. Des is a Teufelssach, de ko si nia rentiern und de wird ollaweil no obbrocha. Und des sog i da a, i sitz mi meina Lebtog in koan Zug net eini.“ Er soll sein Wort wahr gemacht haben und bestieg nie das Züglein, das so schneidig das Thonbacher Holz heraus und über den Fuchsberg nach Isen dampfte.
 
Als das Bähnlein die Probefahrt machte, jubelte ganz Isen. Nur einem gab der erste Pfiff einen Stich ins Herz. Das war der Weinwirt Schärfl. Er lag auf dem Kranken- und Sterbebett und konnte das ersehnte Werk nicht mehr schauen.
 
Am Eröffnungstage flatterten nochmals die weiß-blauen Fahnen und viele fuhren mit der „Teufelssache“ nach München zum Oktoberfest.

Zeno Pfest 1953


  

 

Kriegerdenkmalsenthüllung in Isen


 
Dank der mustergültigen Vorbereitung durch den Ausschuß des Veteranenvereins hat sich die Denkmalsenthüllung in Isen, vom Wetter begünstigt, zu einer überhaus erhebenden vaterländischen Kundgebung gestaltet. Den Auftakt bildete am Vorabend eine ergreifende Manifestation  der Trauer um die 106 Gefallenen am reich illuminierten Marktplatz:die Bevölkerung, die Fahnen- und Fackelträger umstanden stundenlang schweigend das verhüllte, von geschmackvoll erbauten Pilonen flankierte Denkmal, während die Militärmusik der Fahrabt., 27 Mann unter Obermusikmeister Krümmel, auserlesene Stücke vortrug; der noch schwarz verhangene Himmel erhöhte die Wirkung 
 
 
 
Zur Reveille am Festmorgen lachte der Himmel, vom Bahnhof wurde die Prinzregentenfahne des Bayer. Kriegerbundes feierlich abgeholt, 32 Vereine mit ihren malerischen Fahnen waren von weit her erschienen; Bei dem sich entfaltenden Zug durch den geschmückten Markt sah man Herrn Forstrat Escherich und viele werte Gäste.
 
    
 
Als P. Cassian aus Altötting das Wort ergriff, um mit dem Freimut seines Ordensgenossen Hafpinger die Kriegskameraden zu ermutigen zu mannhaftem Ausharren in schwerer Zeit, dem deutschen Volke etwas wünschend vom siegreichen Märthyrergeist der Apostelfürsten, da bot sich dem Auge ein überwältigend schönes Schauspiel, wie es nur der idyllisch, ganz in Grün gebettete Flecken Isen ermöglicht: Auf dem in Terrassen aufsteigenden Gelände mit der Wittelsbacher Eiche, überragt von der uralten Riesenlinde folgten ca. 6000 Menschen der heiligen, von Musik begleitenden Handlung, bei der vier Krieger in Stahlhelm dienten.
 
    
 
Den Glanzpunkt der nun auf dem Marktplatz folgenden Hauptfeier bildete die Festrede des Oberlehrers Seiler, ein wahres Meisterwerk, zu hochpoetischer Sprache sich steigernd, eine wuchtige Mahnung zu echtem Deutschsein znd zum Gottvertrauen, ausklingend im Rütlischwur der Treue im Geiste des edlen Leo Schlageter. Nun fielen die Fahnenhüllen des Denkmals und im Sonnenglanz leuchtete das Steinbild der gekrönten Madonna mit dem Kind. Das Ganze, in seinem Ernst und seiner reichen Symbolik sich ganz dem Geist und Stil der ehrwürdigen Basilika St. Zeno im Hintergrund anpassend, zeigt einen wundervoll abgewogenen Aufbau aus dem achtseitigen Brunnenbecken, u.a. geschmückt mit der Seejungfrau, Isens Wappen: Sockel mit Wasserspeiern, von unten aufquellende Säule, Kapitäl mit großen Trauben, Würfel mit Inschrift, ernste Kriegerköpfe an den Seiten, auf einem Wolkenband und mächtiger Mondsichel die Himmelskönigin, das Jesuskind mit einer Traube, daran ein Vöglein nippt – ein reifes Kunstwerk, das der opferfreudigen Gemeinde ebenso zur Ehre gereicht wie dem Künstler, einem Sohne Isens, Professor Max Heilmaier, Nürnberg, der zu allgemeinem Bedauern nicht kommen konnte. Es folgte die kirchliche Weihe, das niederländische Dankgebet, ein Choral der Liedertafel, das Niederlegen großer Eichenlaubkränze durch die verschiedenen Vereine.
 
   
 
Der prachtvolle Festzug durch den ganzen Markt, voran eine Abteilung Chevauleger und Kürassiere, zwei Musikkapellen und eine Trommlergruppe aus Grafing, bekundete in seinem spontanen Jubel die Gesinnung eines Volkes, das noch an sich und seine große Zukunft glaubt. Die Brust aller Krieger schmückte sich neben den schimmernden Orden der Tapferkeit mit den Rosen- und Nelkensträußchen, die von allen Häusern flogen. Zur würdigen Krönung der Feier wurde der Festakt, bei dem die vorüberziehenden Fahnen ihr Gedenkband empfingen. Nach einer herzlichen Schluß- und Dankrede des Lehrers Hofer und dem Deutschlandlied ergriff noch als Vertreter des abwesenden Schöpfers des Denkmals dessen Bruder Ludwig Heilmaier in Uniform als einstiger Feldgeistlicher das Wort zu einer eindringlichen Ansprache, als Dolmetscher der gefallenen Helden. Neubefestigt in der Liebe zu Heimatvolk und Heimatland und mit dem Ausdruck höchster Befriedigung kehrten die Gäste heimwärts. Die Isener Bürgerschaft blieb noch im Ringlersaal versammelt, den feinen Darbietungen der unermüdlichen Militärkapelle Beifall spendend.

(Zeitungsbericht Haager Boote 1923)
 
 



 
 
 
Vom Isener Nachtwächter
 
Die Nachtwächter zählten einst zu unseren gewichtigen Amtspersonen. Sie hüteten zu nachtschlafender Zeit getreu Sicherheit und Ordnung. In den Archiven des Marktes Isen finden sich verschiedene Aufzeichnungen vom vorletzten Isener Nachtwächter, dem Windshuber (1815-1897), der viele viele Jahre seines Amtes waltete, erzählen alte Bürger noch recht lebendig.
1725 erscheint in den alten Liebesbundrechnungen ein Georg Reichl, Bürger und Nachtwächter. Spätere Kammerrechnungen berichten von zwei Nachtwächtern, die sich das immerhin beschwerliche und verantwortungsvolle Amt teilten. So lesen wir 1797/98 von den „aufgestellten Nachtwächtern Josef Obermayer, alter Glaser und Josef Käser, Taglöhner.“ In der heiligen Weihnacht stiefelte sogar ein dritter Wächter durch den Markt. „So sind auch einem Tagwercher, welcher in der hl. Christnacht wachen geholfen wie alle Jahr gewöhnlich behändigt worden 5 Kreuzer.“ Die beiden Nachtwächter erhielten für Ihre Dienste vierteljährlich 8 Gulden ausgehändigt. Die Hälfte trug „nach alter observance“ das Stift St. Zeno. Das besagte Wachtgeld musste die Bürgerschaft aufbringen. Der Ratsdiener kassierte es und sackte dafür jährlich 2 Gulden ein. Zur Besoldung der Nachtwächter kam noch das Holzgeld. „Den 21. Oktober 1797 sind beiden Nachtwächtern für das gewöhnlich Holz und Widt wie ander Jahr bezahlt worden 4 Gulden 40.“ Warme Mäntel brauchten unsere Wächter immer und Stiefel liefen sie allzeit viele durch. 1797/98: „So ist auch für die Wächter ein neuer Wachtrock gemacht worden samt Schneiderlohn bezahlt 6 fl. 10.“ 1863 reichte es nur noch zu einem alten Soldatenmantel. 1867 bis 1869 weisen die Marktrechnungen immer neue Stiefel für den Nachtwächter nach.

Das Holzgeld diente wohl zur Beheizung des Wachthauses, das den Wächtern in schlimmen Winternächten zu kurzer Rast ein warmes Stüberl bot. Es stand am Marktplatz, rechts der Stufen, die zum Friedhof führen. Alte Isener kennen das Wachthaus noch als Arrestlokal. 1837/38 wurde es diesem Zweck zugeführt, „zu einem Arrest hergerichtet.“ Ein gemeindliches Arrestlokal wurde notwendig, da das herrschaftliche Amtshaus, in dessen düsteren Keuchen einst die „Malefizpersonen“ schmachteten, durch die Säkularisation längst in Privatbesitz übergegangen war. Arrestanten saßen in Isen nie lange hinter Schloß und Riegel. „Schubfuhren“ brachten sie immer schnell in die Hände des weltlichen Richters. Das Arrestlokal, ehemals Wachthaus, wurde später in die Lauben des alten Rathauses verlegt. Auch eine Gendarmeriestation gab es in Isen seit 1846. Die Marktrechnungen 1846/47 berichten von der Bittschrift zur Errichtung einer Station.
Nun, dem Windshuber Schorsch stand längst kein warmes Wachstüberl mehr zur Verfügung. Er wusste aber seinen Unterschlupf wohl zu finden. Ludwig Heilmaier erzählt in seinem Büchlein von einem argen Tadel, den 1773 das Pflegamt den Nachtwächtern erteilte. „Die Nachtwächter in Isen seien sehr unfleißig und unwachtbar, auch das Wachthäusl nit in wohnhaftem Stand hergestellt.“ Dem Stift wurde nahegelegt, die Besoldung zu erhöhen, den Wächtern aber bei Verfehlungen mit „ergiebiger Laib-Straff“ gedroht. Die Nachtwächter sind längst nicht mehr. Wir singen noch ihren trauten Stundenruf, Nachklang einer nach der Jahrhundertwende versunkenen Zeit.

Ihr Herren und Frauen, lasst euch sagen......

Die vertrauten Töne der Zenoglocke verklingen im Isental. Vom Josefsberg schleicht die Nacht heran. Der alte Windshuber Schorsch, der Isener Laternenanzünder schreitet durch die düsteren Gassen und tut seine Arbeit. Da und dort flammen nun die Öllämpchen in den Nachtlaternen auf und spenden ein spärliches Licht. Es sind nicht viele, knapp ein Dutzend und sie stehen nur an den wichtigsten Plätzen des Ortes. Der kleine Dienst fordert wenig Zeit. Aber der Schorsch kommt doch nicht jeden Tag dazu. Er ist ja Nachtwächter, Hochzeitslader, Leichenbitter und Maurer auch noch. Oft muß die Windshuberin einspringen und der Marktbeleuchtung warten.
Reich ist der Schorsch nicht, trotz der vielen Ämter. Sein armseliges Häusl duckt sich am Nordeingang des Marktes dicht an den Hang. Eine niedrige Stube, eine enge Schlafkammer und ein Stall für ein paar Geißen, mehr Platz ist da nicht. Wie der Schorsch von seinem Rundgang heimkommt, löffelt er schweigend das karge Nachtmahl. „In Gotts Nam“, sagt er nach einer Zeit, „pack mas wieder“ und richtet sich zur Nachtwacht. Er stellt die Handlampe zurecht, schlüpft in den dicken Mantel, hängt das kleine Signalhorn um und greift nach der Amtsmütze. In der Flötz nimmt er die Hellebarde über die Schulter und verlässt das Häusl.
Stockfinster ist die Nacht. Die Hand sieht der Schorsch nicht vor dem Auge. Die Sturmlampe wirft einen schwachen Schein vor seine Füße und beim Weinwirt Schärfl schickt ihm die erste Straßenlaterne ein lindes Licht entgegen. Nichts rührt sich. Der Schorsch stiefelt bedächtig in den Gries hinab, stapft bis zu den Isenbrücken, steigt beim Nagelschmied den Beg empor und schnüffelt im Mittelmarkt herum.
Dann schreitet er durchs Weber-Gaßl und vor zum Lana-Bäck. Am Marktplatz plätschert der hölzerne Marktbrunnen sein stilles Nachtlied. Der schorsch lauscht ihm lange. – Beim Ringler ist das Gastzimmer erleuchtet. Die ehrenwerten Bürger sitzen beim Gesellschaftstag. Da drängt es den Schorsch hinein. Er hat seine Gründe. „Leut, tuats ma Polizeistund net übersehn, hoamgeh sche stad und zuasperrn!“ „Geh Schorsch, du bist ja no z´fruah dro, sitz di a wengal zuawa, nachad werds grod recht. Kathie, a Hoibe fürn Nochtwachta!“ Das lässt sich der Windshuber nicht zweimal sagen. Bei einem vollen Glase lacht ihm das Herz und oft drückt er nicht ein, sondern zwei Augen zu.
11 Uhr schlägts vom Zenoturm. Der Schorsch singt erstmals die Stunde aus. „Ihr Herren und Frauen, lasst euch sagen, der Hammer auf dem Kirchturm hat 11 geschlagen. Gebt acht auf Feuer und auf Licht, dass kein Unglück gschicht! Lobt Gott den Herrn!“ Der Ruf dringt in die stillen Kammern. Träumer wachen auf und kriechen wieder wohlig unter die Decken. – Ernst und feierlich klingt um Mitternacht der Wächterspruch durch den schlafenden Markt. – Um 1 Uhr kündet der Schorsch wieder die Zeit. Er klopft an die Kammerfenster der Bäckerburschen, denn die fangen mitten in der Nacht die Arbeit an. – Um 2 löscht er die Ölfunseln der Straßenlampen und schickt letztmalig den trauten Stundenruf in die stillen Gassen. Isen liegt in tiefster Ruhe.

Jetzt hält der Schorsch kurze Rast. Beim Heilmaier Kramer lässt er sich auf der Hausbank nieder. Wie er so sitzt, fallen ihm die Augen zu- - Frierend schreckt er wieder auf, greift nach der Hellebarde und tappt ins Leere. „Brüada, nichtsnutzige, dawischen wenn i enk tua! Warts no!“ Die Hellebarde weiß er schnell zu finden. Sie lehnt hinter dem Hauseck. Die Brüder aber sind lautlos verschwunden. Das kam ja öfter vor und verliebte Nachtlichter gabs zu allen Zeiten. 
Beim Hahnenschrei sucht der Schorsch zum Greißl-Bäck hinein. Er wärmt sich in der Backstube auf, beißt ein paar Brezen zusammen und lässt auch eine Handvoll in den tiefen Manteltaschen verschwinden. Dann schaut er beim Obermaier-Bräu nach. Die Bräuburschen werken auch recht zeitig und die lassen über den Schorsch nichts kommen. Er sitzt hinter dem vollen Kruge und jeden Tag schmeckts ihm besser. Für ihn ist ja nie früher Morgen, für ihn wird’s Feierabend.
 
Hinter Brünndlreuth kündigen die ersten fahlen Lichter den neuen Werktag. Jetzt kriecht der Schorsch ins warme Nest und schläft tief in den lauten Morgen

   (Aus „Unsere Heimat – Beiträge zur Marktgeschichte Isens, Zeno Pfest August 1952)






Frisch – Fromm – Fröhlich – Frei
  
Zur Geschichte des TSV Isen

Die erste Kunde von einem Turnbetrieb in Isen stammt aus dem Jahre 1870. Sie findet sich in der Chronik der freiwilligen Feuerwehr Isen, aufgezeichnet von Lederer Zeno Heilmaier. Er schreibt: „Übungen wurden fleißig abgehalten im Sommer werktags abends und an Feiertagen morgens, sowie mittags. Auch hatten wir im Haggenmüllerschen Keller Turnübungen und Fußexerzitien.“
Die mündlichen Überlieferungen berichten von einem erweiterten Turnbetrieb in den Jahren 1872/73. Als Gründer wird Volksschullehrer Seidl genannt, der auch als erster Dirigent der Isener Liedertafel von 1869 wirkte. Im damaligen Sommerkeller an der Strasse nach Buch standen Reck, Barren, Leiter und Kletterstangen. Ein unbedenklicher Unfall schüchterte die Turner ein und das aufblühende Werk fand ein rasches Ende.
1895 gründeten Isener Bürgersöhne den ersten Turnverein Isen. Er entwickelte sich aus einem Isener Burschenverein heraus und bestand 2 Jahre. Das Vereinslokal befand sich in der Gastwirtschaft Gaigl. Fast jeden Sommerabend versammelten sich die Bürgersöhne, Handwerksgesellen und eine begeisterte Jugend im Gaigl-Garten zu den Turnstunden. Den Verhältnissen entsprechend pflegte der Verein Reck- und Barrenturnen, Stemmen, Klettern, Hoch- und Weitsprung. Vom 18.2.1897 sind noch Satzungen und eine Turn- und Kneipordnung vorhanden.
Wieder war es ein Missgeschick, das sie Auflösung des Vereins herbeiführte. In den Faschingstagen stellten die Turner einen Zirkus zusammen, der im Gaigl-Garten zu Stärkung der Vereinskasse Vorführungen gab. Das war eine lustige Sache und viel Volk schaute zu. Da stürzte im Gedränge ein Teil der Gartenmauer ein. Körperverletzungen, Aufruhr, Zirkusabbruch, Strafanzeige, leere Vereinskasse, Vereinsauflösung. Die Mitglieder fanden sich wieder in einem Burschenverein zusammen.
Franz X. Pirngruber und die Gründung des Turnverein Isen von 1909
Der verdienstvolle Gründer des Turnvereins Isen ist Franz Xaver Pirngruber, Bez. Gew. Sekretär a.D. Sei Äußeres erinnerte an Altmeister Jahn, sein Inneres sprühte vor Idealismus. Hochbetagt stand er täglich auf dem Turnplatz, an Vereinsabenden kneipte und sang er mit seinen Turnern in froher Runde. Er hinterließ bescheidene Aufzeichnungen und soll hier nochmals zu Isens Jugend sprechen: „Nachdem in einem zu Isen bisher bestandenem Verein, genannt Burschenverein Isen, in welchem Bürgersöhne und Gewerbegehilfen vereint waren, das Übereinkommen getroffen war, im Falle der Gründung eines Turnvereins demselben in der Gesamtzahl beizutreten, einigte man sich am Freitag, den 25. Juni 1909 in einer Zusammenkunft im Rosenhuberschen Gasthaus zu Isen, diese Gründung wirklich vorzunehmen und es wurden vorgeschlagene Statuten angenommen.“ Nun folgte regelmäßiger Turnbetrieb im Garten und im Innern des Ringler Stadels gegenüber der alten Marktlinde. Der T.V. Isen trat dem Inn-Salzach-Turngau bei.

In den ersten Jahren hemmte die stete Suche nach einer geeigneten Übungsstätte den jungen Verein gewaltig. Im Frühjahr 1910 erfolgte der erste Umzug in den Ringler Sommerkeller. Mitte 1912 mussten die Turner weichen. In der Verlegenheit stellten sie die Geräte ein und nahmen kurze Zuflucht im Holzner Stadel in Weihdach, bis im Lederer Stadel am Gries ein neuer Unterschlupf gefunden war. Anfang 1913 aber begann der Umbau des Gebäudes. Pirngruber jammerte in der Generalversammlung am 3. Januar: „ „Kein Turnlokal, kein Platz, niemand bringt einen Vorschlag.“ Da wanderten die Turner wieder nach Weihdach.
Die turnerische Entwicklung in den ersten Jahren zeigte eine Liste der angeschafften Turngeräte: 1909 feststehender Barren und Spannreck, 1910 Kletterseil, 1911 Stahl-
Rohrsprungstab, Kugelstab zum zweiarmigen Stemmen, Stoßstein, Schleuderball, Faustball, 1912 Stoßkugel, 1913 Barren, Pferd. 1913 half die Gemeinde. Sie stellte den kleinen Turnplatz zur Verfügung und so konnte die Generalversammlung vom 1. August 1913 die Erbauung der Turnhalle beschließen. Nun setzte eifrigste Tätigkeit ein. Jeden Abend rückte die ganze Turnerschar mit Hacken, Schaufeln und Karren an. In gemeinsamer Arbeit wurde der hügelige Platz geebnet. Eine erfolgreiche Haussammlung brachte die ersten finanziellen Mittel. Die Fuhrwerksbesitzer schafften das Baumaterial unentgeltlich herbei. Georg Feuerer, Bauer in Steinsberg, schenkte das Bauholz. Brauereibesitzer A. Schnellinger stiftete das Dach. Bäckermeister Hüllmantel gab ein Darlehen von 1000 Mark. Die Handwerker hielten ihre Rechnungen in mäßigen Grenzen.
Jubelnde Eröffnung und feierliche Weihe sollten das vollbrachte Werk krönen. Auf den 2. August 1914 war der erste große Festtag unseres Vereins angesetzt. Alle Nachbarvereine sagten ihr Erscheinen zu. Ganz Isen freute sich. Am Vortag zappelten schon die weiß-blauen Fahnen im Markt, Girlanden und Kränze schmückten Häuser und Zeilen. Reges Leben herrschte auf dem Turnplatz. Die Proben für das große Schauturnen waren abgeschlossen, es wurde gehämmert und geklopft. Eine Schar Turner bog mit einer Fuhre Tannengrün und Birken von der Schinderbachbrücke zum Turnplatz ein. Da stürmte Gemeindediener Kandler den Bahnberg herab. Seine Handglocke tönte. Kriegszustand! Alle Arbeit blieb liegen, viele Turner mussten sofort zu den Waffen. Später folgte einer dem andern. In den ersten Monaten hielt Schriftführer Sperr ein Häuflein zusammen. Jeden Samstag trafen sie sich im Vereins-
Lokal. Die Zither erklang und Turnerlieder erschollen in der Vorfreude auf Sieg und Wiedersehen. Wir wissen, wie es kam. An alle noch erging der Ruf zum Kriegsdienst. Die Turnhalle stand bald öder und verlassen da, ihre Fenster verstaubten, die Geräte rosteten. Aus dem Jubeltag wurde ein Tag größter weltgeschichtlicher Bedeutung.
Nach dem ersten Weltkrieg begann ein erfreulicher Aufstieg. Er brachte erfolgreiche Breitenarbeit und beachtliche Spitzenleistungen. Zahlreiche Siege und Einzelmeisterschaften des Inn-Salzach-Turngaues fielen auf Isener Turner. In Klubkämpfen bestanden die turnerischen und leichtathletischen Vereinsmannschaften bestens. Das Turnspiel fand eifrige Pflege, auch Ansätze des Fußballsportes zeigten sich. 1925 führte der Verein anlässlich seiner Fahnenweihe das erste Turnfest in Isen durch, 1929 wurde das Gauturnfest des Inn-Salzach-Gaues zu einer ausgezeichneten turnsportlichen Veranstaltung in Isen. Die Erwerbung des Sportplatzes am Schinderbach sollte eine weitere Entwicklung ermöglichen.
Nach 1933 führte der T.V. Isen ein bescheidenes Dasein. 1945 wurde in Isen ein allgemeiner Sportverein gegründet. 1951 nannte er sich traditionsgemäß wieder Turn- und Sportverein Isen. Er befand sich durch die Zeitverhältnisse bedingt, unter Dr. Eugen Dietl in wechselhafter, doch steter Entwicklung. Die Vereinsakten werden seine Geschicke der Zukunft eröffnen.
 
 
 
 
 
 
 
           Aus: Unsere Heimat, Beiträge zur Marktgeschichte Isens, Zeno Pfest Juni 1952

 
 
 
 
Wen Gott hat gepriesen, den schickt er nach Isen, 
 
wen Gott hat verworfen, den schickt er nach Dorfen,
 
wen Gott nicht mag, den schickt er nach Haag
 
 
 
 
 
 
 
 
                                                                                                 (Volksmund)

 
 
 
 
 
 
 
Andreas Göttner – ein ungelöstes Isener Rätsel seit 1821

Wohl wenige Isener wissen darum und doch gibt ein Empire-Grabmal rechts vom südlichen Kircheneingang in unserem Friedhof Zeugnis von der Ermordung des letzten Stiftdekans des Stiftes Isen. Die Inschrift besagt: „Andreas Göttner zu Götten bei Isen den 25. May 1760 geboren, 1786 zum Priester geweiht, 1787 zum Canonikus, 1801 zum fürstbischöflich geistigen Rat und Stiftsdechant erwählt, fiel durch Meuchelmord, von allen Edlen beweinet, den 16. Jänner 1821.“

 
Ein gutes Ölgemälde das in seinem früheren Pfarrhof (jetzt Brunnauerhaus) aufbewahrt wird, zeigt uns die interessante Figur in zeitgenössischer Tracht mit einem Schriftstück. Andreas Göttner ist für uns auch deshalb interessant, weil er nicht nur hiesiger Pfarrer, sondern ein Sohn der Heimat war.
 


Ölgemälde von Andreas Göttner


Im nahen Götten (Heute Göttner am Strich) wurde er als Sohn der Bauerseheleute Joseph und Ursula Göttner am Pfingstsonntag 1760 geboren. Seine Mutter war eine gebürtige Galler vom Gallerhof in Isen. Andreas Göttner besuchte die Marktschule zu Isen und galt als Muster von Verträglichkeit und Friedensliebe. In der St. Peter Pfarrschule in München, wohin ihn sein Vater schickte, erlangte er die nötigen Vorkenntnisse zur Lateinschule, die er in Freising vollendete. In dem damals als Sitz der Wissenschaft geltenden Salzburg beschloß er seine Studienlaufbahn mit der Erreichung des Licentiaten-Grades (heute Doktortitel) aus beiden Rechten.
 
Ein noch vorhandener Nachruf würdigt sein Wirken und seine Gerechtigkeit, die ihm nicht nur von fürstbischöflicher Seite Anerkennungen, sondern auch staatlicherseits mehrere Belobigungsdecrete einbrachte. In dem erwähnten Nachruf ist in einer Belobigung durch den Herrn Liquidations-Kommissär und nachmaligen Finanzrat Licent Leuthäuser, Passau, hervorgehoben, daß Göttners Rechnungswesen als mustergültig und allen Erwartungen übersteigend zu bezeichnen sei.
Und dennoch hatte auch der als gerecht geltende Mann seine Gegner. Man erzählt, daß eines Morgens noch vor der ersten Messe sich in der Sakristei ein auffallend starker Weingeruch bemerkbar machte. Ein Unheil ahnend nahm Dekan Göttner keinen Wein, der in der Sakristei war zum Meßopfer, sondern ließ diesen untersuchen. Der Wein war vergiftet. – Man wollte auf diese Weise ein Verbrechen begehen, dessen Opfer Göttner sein sollte. Der Versuch mißlang. Der Verbrecher aber wollte, wohl um sein Opfer mundtot zu machen, Göttner beseitigen. Er vollendete sein Werk durch einen Meuchelmord. Als Göttner am 16. Januar 1821 früh morgens 6 Uhr zur Kirche ging, um zu celebrieren, wurde er vor der südlichen Kirchentüre, neben der er begraben liegt, durch einen Stich unter dem linken Ohr meuchlings ermordet. Wankenden Schrittes wollte er noch sein Haus erreichen; er sank jedoch unter starkem Blutverlust vor der Schwelle seines Hauses dem Tod in die Arme.
Vor der Türe seiner Kirche erwartete ihn der Mörder; vor der Türe seines Hauses aber der Tod.
Der Nachruf über Göttners tragisches Ende meldet uns nur eine eindrucksvolle Totenfeier, wie der Markt Isen nie eine zu verzeichnen hatte. Er berichtet auch von allgemeiner Bestürzung und Teilnahme. Man erfährt aber kein Wort, das auch nur Andeutung geben könnte über die Ursache zum Mord oder den vermeintlichen Täter. Ein Schleier, der wohl nicht wird gehoben werden können, legt sich über dieses Grab und selbst die hellste Mittagssonne, die an jedem Schönwettertag diese Grabplatte so grell beleuchtet, wird kaum mehr etwas darüber an den Tag bringen.
Anton Böld, aus Wasserburg-Haager Sparkassenkalender 1941

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Bahneröffnung in Isen
 
Bei der Bahneröffnung am 27. September 1900 wurden von einem Mädchen und einem Knaben vor den Herren der Generaldirektion folgendes Gedicht vorgetragen:
 
 
Hohe Herren, werte Gäste,
lang ersehnter Freudentag!
Also heut bringt ihr das Beste
Was sich Isen wünschen mag!

Seid willkommen, seid gepriesen
Gönner, Freunde allzumal,
nehmt den Gruß, den hier in Isen,
laut verkünden Berg und Tal.

Flattert Fahnen, weiß und blau,
daß ihr hütet,
daß ihr sehet,
wie sich freut der Isengau!

Isengau, du schöne Erde,
 
Gott gesegnet Wald und Flur,
gebe Gott, daß dir auch werde,
neuen Segen, neue Spur!

Diese Bahn, die wir erproben,
Weg und Wagen, Damm und Brück
werden die Erbauer loben
und uns wünschen immer Glück!

Trambahn, Tramkar, trottet traurig,
durch die Städte Straßen hin,
Post früh drei Uhr! – o wie traurig,
 
klingt dies Wort mir in den Sinn!
 
Doch wie lustig muß sichs finden:
Lengdorf, Penzing, Isen, Haag,
Berging, Pyramoos und Winden,
 
Steigt halt ein, wer fahren mag!
 
Darf ich eine Bitte wagen?
Machet noch ein bischen Halt,
ein paar Flaschen brecht den Kragen,
 
nehmt vorlieb mit „Platte kalt“!

Fahrt dann fröhlich wieder weiter,
Gott der Herr euch schützen mag,
bringt glücklich und sehr heiter,
 
Isens schönsten Gruß nach Haag!

27. September 1900
 
(Quelle: Sattler-Archiv)

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Aufzeichnungen des Alois Brandstedter,
 
Schuhmachermeister in Isen
 
 
Ein Tagebuch, geschrieben von Alois Brandstedter, gibt uns Einblick in Grundstücksgeschäfte des vergangenen Jahhunderts.
Dieses Tagebuch wurde begonnen am 22. Februar 1895. Es beschreibt wichtige Vorkommnisse im Markte Isen.
 
Weil die 2. Hälfte des Jahres im Bezug auf Kauf und Verkauf besonders bewegt war, wurde um einige Monate zurückgegriffen.
 
-1894- Juli                   Im Jahre 1894 im Juli wurde die Wasserleitung, welche vom Mühlhofer und Pfahler aus München hergestellt wurde und welche ungefähr 70.000,-- Reichsmark kostete, an die Marktgemeinde Isen übergeben.
 
 
-1894- 14. Juli             Am 14. Juli 1894 war der fürchterliche Zyklon, welcher die Ortschaften Forstern, Forstinning, Tading, Oberbuch und verschiedene Einöden total vernichtete und auch in Isen großen Schaden an Dächern, Waldungen und Obstgärten anrichtet.
 
 
-1893- 06. April           Am 6. April verstarb Maria Steigenberger (vorm. Obermaierin), Brauereibesitzersgattin und hinterließ die Brauerei ihrem Mann Franz Steigenberger, welcher einige Monate darauf eine Kellnerin heiratete, um dann am 11. Juni 1894 in einem Münchner Krankenhaus selbst zu sterben und das Anwesen seiner neuen Frau vererbte, welche es im September 1894 an Juden verkaufte. (nachher Postgebäude, heute Elektro Baumann)

-1894-                         Egid ringler kaufte Brauerei und Kellerei, Storch- und Bräuwirtschaft und das sogenannte Göttnerhaus (heutiges Haus Wimmer, Bischof-Josef-Str. 7) um angeblich 105.000,-- Mark.
                                    Er verkaufte das Bräuwirtsanwesen mit Roß, Stall und Fassbinderei (heutiges Haus Druckerei Nußrainer) an Sebastian Forstmaier, Privatier von Isen um 24.000 Mark.

-1894-                         Das sogenannte Göttnerhaus verkaufte Egid Ringler an M. Stamm um 5.000 Mark.

-1894-                         Das Motzett-Anwesen (heutige Häuser Rosenhuber, Fischer, Perzl, Hirschhuber in der Webergasse 2 und Münchner Str. 17 bis 21) kaufte N. Erlacher, Konditor (Privinsky) um ungefähr 12.000 Mark und verkauft den Getreidestadel an der Straße nach Burgrain um 3.000 Mark, welcher daraus zwei Häuser zu machen beabsichtigt.

-1894- Sommer           Im Sommer kaufte Jakob Wimmer, Privatier, das sogenannte „Färberladl“ von der Witwe Heilmaier und ließ den Krämerladen abreißen und wieder in einem anderen Stil aufbauen. (heutiges Hübler-Haus, Georg-Escherich-Str. 1)
 
 
-1894-                         Tauschhuber kaufte das Erlacherhaus unterhalb Schlosser-Maier um 5.000 Mark (Schlosser-Maier-Haus am Gries 6)
 
 
-1894-                         Rauch, Privatier von Burgrain kauft von Jakob Wimmer dessen Haus neben der Post um 6.300 Mark (heute Fischer, Münchner Str. 11)
 
 
-1895-                         Im Januar 1895 kauft Josef Burgmair, Sattler und Weinwirt das sog. Drexler- oder Altmann-Haus vom Juden Galmaier aus München um 6.700 Mark in ziemlich schlechtem Zustand. (alte Volksbank, heute Künstlerei, St.-Zeno-Platz 3).
 
 
-1895-Januar               Xaver Mittermaier, lediger Sohn der Frau Heilmaier, kaufte im Januar 1895 von Josef Burgmaier dessen Weißbier- und Weinwirtschaft um 13.000 Mark (heute Hofdemmel, Am Gries 6)
 
 
-1894-                         Im Oktober 1894 kauften die alten Müller Eheleute von Urtl die Bäckerei zum „Greislbeck“ um 10.000 Mark (heutige Bäckerei Sattler, Münchner Str. 4)
 
 
-1895-                         Am 2. März 1895 brannte das Ziegleranwesen in Zieglstadl nachts ½ 2 Uhr ab. Der Brandstiftung verdächtigt wurde der Besitzer Thomas Lanzinger.
 
                                    Am 9. März vormittags 8 Uhr brannte die zum obigen Anwesen gehörige Ziegelhütte ab. Der Brandstiftung verdächtig und zum Schwurgericht verwiesen wurde die Ehefrau des Thomas Lanzinger.
 
 
-1895-                         Am 6. April 1895 kaufte Engelbert Sperr Bader das Storchenhaus um 4.500 Mark von Egid Ringler (heute Burgmair, Georg-Escherich-Str.3)
 
 
-1895-                         Am 8. Juni 1895 kaufte Herr Seidl von holzkirchen das sog. Reitmeier-Haus, Kaufladen von Maier (heute Scherer, Ludwig Heilmaier Str. 5)
 
 
-1895-                         Die Monate Mai und Juni 1895 brachten uns ungemein schwere und wolkenbruchartige Regen. So wurde der Gries in einer Stunde unter Wasser gesetzt. Für die Ortschaften Tading, Forstern, Reithofen und Harthofen war es ein großes Unglück. Ein Wolkenbruch setzte alle Ställe und Wohnhäuser zwei mal unter Wasser, so daß man auf die Rettung von Vieh Sorge tragen mußte. Menschen mußten sich in die oberen Etagen fliehen, weil die Wohnzimmer über die Hälfte mit Wasser gefüllt waren.

-1895-                         Am 31. August 1895 kaufte J. Seidenschwarz, Brauer von Burgrain von Schneidermeister S. Kuhn denn en Haus um angeblich auf dessen Garten einen Lagerkeller zu erbauen um 4.500 Mark. Hat aber stattdessen eine Flaschenwirtschaft eingerichtet. (heutiges Haus Budenhofer, Ludwig-Heilmaier-Str.

-1895-                         Am 31. August 1895 kaufte Blasius Käser von Anton Erlacher das sog. Motzetthaus um 12.500 Mark.

-1895-Sommer            Im Sommer 1895 wurde bei der Josefsberg-Kapelle mit Bäumen die Anlage bepflanzt. Auch wurde an der Kapelle selbst, am Rondell an der Ostseite,  das Mauerwerk abgebrochen und bis zum Dach neu aufgemauert. 1897 wurde die Kapelle vom Maler Weinzierl innen neu renoviert.
-1896- Frühjahr           Im Frühjahr 1896 kaufte Karl Mittermaier von Blasius Käser die Hälfte des Motzetthauses, Stallungen, Eiskeller etc. um 3.500 Mark und baute es zu Wohnungen und Schmiedewerkstätte um. (Heute Rosenhuber, Webergasse 2).

-1896- Sommer           Im Sommer 1896 wurde die Isener Pfarrkirche von Maler Weinzierl renoviert, außer Altäre und Kanzel. Es wurden neue Fensterrahmen, Ventilationen eingerichtet. Die Fresco-Gemälde wurden gereinigt und gewaschen. Im Portale Kreuzweg an der Wand vom rechten Seitenaltar wurde ein Gemälde des hl. Georg bloßgelegt. Ob es ein Kunstwerk ist, muß erst durch Sachverständige aus München untersucht werden. Es wurden auch sämtliche Stuhlpolster neu hergestellt, um jeweils 2 Mark und 30 Pfennig.
 
 
-1896-                         Mitte November 1896 kaufte Herr Erlacher von Xaver Mittermaier dessen Weißbier- und Weinwirtschaft um angeblich 13.500 Mark,
 
 
-1896-                         Ich, Alois Brandstedter kaufte bei der Vertrümmerung des Obermaieranwesens 6 Tagwerk Grund beim Kreuz und baute darauf ein Haus. Grund per Tagwerk gekostet 700 Mark. Das ganze Anwesen kostete mich 7427 Mark.

                                    Am 1. November 1899 an I. Bachmaier, Geissbergerbauer verkauft um 10.000 Mark (heute Manhardt, Haager str. 13)
 
 
-1897- Sommer           Im Sommer 1897 wurde Herrn Weichselfelder die Apotheker-konzession verliehen. Er kaufte sich einen Baugrund am ehem. Lehrergarten vom Zimmermeister um 2.000 Mark und erstellte einen Neubau für die Apotheke (St. Zeno Platz)

-1898-                         Im Jahre 1898 wurde der Turm der Kirche in Isen mit Schiefertafeln gedeckt; auch die Kirche bekam ein neues Schieferdach.
 
Vom Landtage wurden zur Renovierung der Isener Kirche 24.000 Mark bewilligt.
 
Die Kirche erhielt auch ein neues Pflaster. Die Seitengänge wurden mit den gut erhaltenen alten Steinen gepflastert.
Die Stufen der ganzen Kirche, welche zuvor aus Holz waren wurden durch steinerne Stufen, zum Teil aus alten Grabsteinen ersetzt.
4 Altäre wurden renoviert. Die Fensterrahmen wurden mit Glas erneuert und eiserne Friedhoftüren wurden hergestellt.
 
       (Anton Böld sen. 1949
 
 

 

 

 

 

 

 


 

 

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