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Ludwig Heilmaier
 
Ludwig Heilmaier war als 12.Kind der Kaufmannsfamilie Matthias und Viktoria Heilmaier (geb. Stacheter) am 15. August 1877 geboren. In einem wahrer Heimatliebe entsprungenen Aufsatz „aus ferner Kindheit Tagen“, den er als fast 64jähriger im Klerusblatt veröffentlichte, schildert er, dass sein Vater an jenem großen Frauentag, als er zur Welt kam, keineswegs in rosigster Stimmung war, sondern vielmehr in seinem Klagelied fortfuhr:“Daß Gotterbarm! Das12. Kind, das macht uns arm!“ Besser sei alsdann Vaters Stimmung geworden, als ihm einfiel, dass der neue Ankömmling der7. Bua in der Familie sei und seine Majestät König Ludwig II. wohl die Taufpatenstelle übernehmen würde. Richtig kamen auf Ansuchen um die Patenstelle auch die üblichen 50 Mark Patengeld aus der kgl. Kabinettskasse, der Bub wurde Ludwig getauft und es gab ein patriotisches Fest – auf des Säuglings Kosten – denn die 50 Märklein, um die der Vizepate sich angenommen, gingen restlos drauf. Der Vater erzählte später dem heranwachsenden Buben manchmal von dem Märchenkönig, seinen Schlössern und seiner Eigenart. Der zur Melancholie neigende Junge gewann so seinen Taufpaten lieb und im genannten Aufsatz schreibt er, dass er bei der Kunde von dem tragischen Tod Ludwigs II. sich als Bub heimlich in die Vorhalle der Heimatkirche schlich und dort bitterlich weinte, als wäre eine Saite in seiner Seele gesprungen. Ludwig Heilmaier hatte in seinem Schlafzimmer  in hübschen Barockrähmchen stets das Königsbild hängen. Jedes Jahr las er seinem Taufpaten eine heilige Messe. Als ich darüber einmal zu ihm sagte, dass der König wohl wenige Patenkinder haben wird, die ihm heute noch so dankbar sind, meinte er treuherzig: „Der konns a braucha!“
In den Kinderjahren war Ludwig Heilmaier immer ein schwacher, kränklicher Junge, der nicht teilnehmen konnte am tollen Treiben der Bubenwelt und sein Vater beabsichtigte schon aus Geschäftsgründen einen Isener Schneidermeister aus ihm zumachen, oder noch lieber einen Apotheker, da es damals am Ort keinen gab. Er wählte aber schließlich auch dem vom Jungen erwählten Priesterberuf nichts in den Weg. So war dies denn beschlossen und eines schönen Tages ging es mit dem Pferdegespann des alten „Rabenecker“ Freising zu. Während der Aufnahmeprüfung machte der Vater noch einen Besuch bei einem bekannten Schneidermeister, um den Buben bei Nichtbestehen der Aufnahmeprüfung doch nicht wieder heimbringen zu müssen. Aber es blieb beim Studium; Die Kindheit war vorbei, alle Erinnerungen daran schlugen tiefe Wurzeln der Heimatliebe im heranwachsenden Theologen. Zur Ferienzeit wanderte der Student fast immer zu Fuß nach Hause und machte dabei seine Studien für spätere Schriften. Bereits im Jahre 1903 erschien auch sein erstes Büchlein im Druck über die St. Zeno Pfarrkirche in Isen. Im gleichen Jahr auch konnte der Neupriester Primiz in Isen feiern. Wohin Heilmaier nun in seinem Beruf auch gestellt wurde, stets fand er Zeit, für seine Heimat zu arbeiten. Im Jahre 1911 erschien nach umfangreicher Forschungsarbeit „Die ehemalige freisingische Herrschaft Burgrain.“ Ihm folgte „Das Zunftwesen des Marktes Isen“. „Der alte Magistrat in Isen“ erschien 1912. Während des 1. Weltkrieges war Heilmaier zuerst schlichter Krankenträger im heimatlichen Reservelazarett, alsdann im Kriegslazarett. Ab Februar 1918 war er als Feldgeistlicher tätig. Nach dem Kriege brachte er eine Neuauflage seines Erstlingswerkes „Die St. Zeno Kirche in Isen“ samt Schulgeschichte von Isen und Beschreibung von St. Wolfgang, Burgrain und Haag heraus. Später erschien dann noch „Das obere Isental und das Kloster Isen im ersten christlichen Jahrtausend“, ein Kulturbild, zu welchem leider der zweite Teil bis jetzt nicht veröffentlicht werden konnte. Dieser zweite Teil heißt „Das Kollegiatstift des Marktes Isen“. Das Werk war mit ungeheuren Mühen fertiggestellt worden, man verweigerte aber dem Verfasser die Druckgenehmigung, da er nicht Mitglied der Reichsschrifttumskammer war. Auch an anderen Orten seiner priesterlichen Tätigkeit oblag Heilmaier chronistischen Arbeiten. Noch auf dem Sterbebett war er mit einer heimatkundlichen Arbeit beschäftigt. Mit besonderer Liebe und bewundernswertem Eifer hatte er viele Jahre hindurch reich illustrierte Beiträge zur Chronik des altbayerischen, weitverzweigten Geschlechts der Heilmaier geliefert und diesem dadurch in seiner Art seltenes und wertvolles Denkmal gesetzt.
Als Priester erfreute sich Heilmaier an all seinen Wirkungsorten  (München, Zolling, Evenhausen) ob seiner gütigen, väterlichen Art allgemeiner Beliebtheit. Der Besucher bekam rasch einen Einblick in seine schriftstellerische Tätigkeit und seine sonstigen wissenschaftlichen Bestrebungen. Die Wunder der großen und kleinen Welt studierte er mit Fernrohr und Mikroskop. Seine Wohnräume schmückten ein paar wertvolle Holzplastiken und hübsche Hinterglasbilder. Der Bücherschrank war mit einschlägigen Werken bis oben angefüllt. Zunehmende Kränklichkeit zwang Ludwig Heilmaier in den vergangenen Kriegsjahren  in den Ruhestand zu treten. Daß es ihm möglich wurde, die kurze Ruhezeit, die ihm noch gegönnt war, in seiner Heimat Isen zu verbringen, war ihm eine besondere Freude. Soweit seine Gesundheit es noch zuließ, arbeitete er unermüdlich an heimatkundlichen Werken. Seine zahlreichen Hausbesuche, die vielfach auch seinen Forschungen dienten, brachten ihn mit der Bevölkerung in engsten Kontakt. Mit besonderer Liebe hing er auch an den Kindern, denen er als Katechet von vielen Orten noch in guter Erinnerung steht.
Ein eigenartiges Schicksal wollte es, dass gerade am 40. Jahrestag seiner Priesterweihe, am 29. Juni 1943, Ludwig Heilmaier für immer seine Augen schloß. Auf seinem Sterbebild stehen die schönen Worte: „Ich kenne deine Werke und deine Arbeit und deine Geduld“. Isen hat in ihm einen seiner besten Söhne und gleichzeitig einen Vater der Heimat verloren. Im Schatten des Turmes seiner geliebten Heimatkirche hat er ein würdiges Plätzchen gefunden, das ein kunstvolles, handgeschmiedetes, von Kunstschlossermeister Heinrich Heilmaier in Landshut verfertigtes Grabkreuz ziert.
       (Anton Böld sen. 1949)



 (Ludwig Heilmaier und sein Geburtshaus in Isen auf einer alten Karte anläßlich seiner Primiz)









Georg Escherich

Georg Escherich wurde am 4. Januar 1870 in Schwandorf geboren. Er besuchte das Gymnasium in Regensburg und war anschließend als Forstrat in der kgl. bayerischen Landesforstverwaltung beschäftigt. Er war zu seiner Zeit ein bekannter Autor und Forschungsreisender und besuchte u.a. Norwegen und Kamerun. Zu seinen bekanntesten Werken zählen:

Jagdreisen in Norwegen, Berlin 1921

Quer durch den Urwald von Kamerun, Berlin 1923

Im Lade des Negus, Berlin 1921

Der Kommunismus in München, München 1921

Der alte Jäger, 1934

Während des 1. Weltkrieges war Escherich Leiter der Militär-Forstverwaltung Bialowies. Nach dem Ende des Krieges kam Escherich als Leiter des hiesigen Forstamtes nach Isen. In seiner Freizeit engagierte sich der stark konservative, rechts stehende Escherich in der Bayerischen Volkspartei BVP. Escherich ließ sich in Isen ein Landhaus bauen, das sich bald zum Treffpunkt zahlreicher illustrer Gäste aus der ganzen Welt und vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens entwickelte. Georg Escherich war damals eine weit bekannte und beliebte Persönlichkeit, mit allerbesten gesellschaftlichen Beziehungen bis hin zum bayerischen Königshaus.


 (Escherich beim Landesschiessen in München)

Noch mehr Berühmtheit als durch seine Bücher und Forschungsreisen erlangte er der Einwohnerwehr von Isen und Rosenheim, Forstrat Georg allerdings durch die Gründung der Organisation Escherich (Orgesch) im Jahre 1920. Unter dem Eindruck der Radikalisierung Bayerns hatte die bayerische Staatsregierung 1919 einen Aufruf zur Gründung von Einwohnerwehren erlassen. An die Spitze dieser Bestrebungen stellten sich die Führer Escherich und Obergeometer Rudolf Kanzler, die durch den Regierungspräsidenten von Oberbayern, Gustav Ritter von Kahr stark gefördert wurden. Escherich wurde so im Dezember 1919 „Landeshauptmann“ des Landesverband der Einwohnerwehren Bayerns mit 361.000 bewaffneten Mitgliedern. Am 9. Mai 1920 folgte auf Vermittlung von General a.D. Erich Ludendorff der Zusammenschluß der Nord- und Süddeutschen Einwohnerwehren als „Organisation Escherich“ unter der Leitung von Forstrat Escherich. Später trat mit der Organisation Kanzler auch noch der Verband der österreichischen Einwohnerwehren in die Orgesch ein. Die Orgesch war eine starke, paramilitärisch organisierte Einheit mit letztendlich 2 Millionen Mitgliedern (1920). Aufgrund des starken Drucks der Allierten Sieger des 1. Weltkrieges und den Statuten des Versailler Vertrages sah sich die Bayerische Staatsregierung gezwungen, diese Organisation im Jahre 1921 zwangsweise aufzulösen, so wurde Escherich zu einem „König ohne Land“, wie es damals hieß. Vor der Auflösung führte man in München noch das erste Landesschießen der bayerischen Einwohnerwehren durch. Mit 40.000 anwesenden Wehrmännern demonstrierte Escherich hier noch einmal seine Macht und erregte internationales Aufsehen.


Festakt der Einwohnerwehren 1920 auf dem Königsplatz in München. Auf der Rednertribüne: Landeshauptmann Georg Escherich.


Eine der Nachfolgeorganisationen der Orgesch war zweifellos auch der Bayerische Heimatschutz, der in den Jahren von 1928 bis 1933 von Georg Escherich geleitet wurde und der zur Aufgabe hatte, die politische Rechte zu einen. Diese Organisation war bayrisch-föderalistisch und stark antikommunistisch. Der Heimatschutz hatte zeitweise mehr als 50.00 Mitglieder aus ganz Altbayern. Diese Organisation wurde am 2. Dezember 1928 beim Gautag des Einwohnerwehrverbandes Isengau in München gegründet. Nach der Machtübernahme durch die NSDAP traten die meisten Mitglieder dieses Wehrverbandes in die SA, SS oder den Stahlhelmbund ein.

Georg Escherich verstarb am Dienstag, den 26. August 1941 nach kurzer Krankheit an einem Herzleiden in seinem Isener Haus. Viele Jahre später benannte die Marktgemeinde Isen die Georg-Escherich-Straße nach ihm.


In Memoriam
Ludwig Rappold




 

 
Ludwig Rappold *21.10.1955  †06.09.1995

Ludwig Rappold war ein sehr engagierter Isener, der sich mit Leib und Seele für seinen Heimatort einsetzte. Er war ein Urgestein des Isener Kappenabends, Schützenmeister bei den Feuerschützen und auch politisch aktiv.
 
Ludwig verstand es meisterhaft, Kameradschaft und gemütliche Geselligkeit zu pflegen.
Wir Isener erinnern uns gerne an die Kappenabende bei denen er Regie führte und die Texte schrieb, die uns so viele fröhliche Stunden bereiteten. Er war Miturheber des Isener Bürgerfestes, das er die ersten Jahre auch organisierte.
 

Ludwig war ein Glücksfall für alle die ihn kannten und vor allem für die Vereine in denen er mitwirkte. Ein guter Kamerad und Freund, dessen viel zu früher und unerwarteteter Tod eine große Lückezuzurückgelassen hat!
Folgender Spruch von Franz Sales stand in Ludwigs Sterbeheftchen:
 
                   Die Zeit, Gott zu suchen ist dieses Leben,
                   die Zeit, Gott zu finden ist der Tod-
                   die Zeit, Gott zu besitzen ist die Ewigkeit
 
 
Lou wir werden dich niemals vergessen und dir stets ein ehrendes Andenken bewahren!
 
 

 
 

 

 
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