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Jakob Deuschl

   
 


 

 

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Isen denkt an Jakob und Maria Deuschl
 
 
Heute steigen wir den Weidacher Berg hinauf. Am Kapellchen verhalten wir und schauen auf´s Isental hinab. Das schöne Bild entzückt immer neu. Die Häuser des Marktes schmiegen sich an den wuchtigen Zenoturm und die alten Isener Linden, wie die Singerl an die Gluckhenne. Nach kurzer Betrachtung wenden wir uns Weidach zu. Der Ortsteil erfuhr in den letzten Jahren eine geringe Ausweitung. Vom alten Weidach erzählt noch der handwerklich so fein gestaltete Getreidekasten neben dem Schafbauer Stadel. Der Holzbau stammt aus dem Jahre 1756. Der Zimmermeister schlug einst die Jahreszahl in das schwere Türgebälk. Vom alten Weidach erzählt auch noch der alte Weidacher Hof. Heut heißt er zum Deuschl. Ein schöner, stolzer Hof war das einst, der mit seinem Giebel hinübergrüßte nach St. Zeno. Unser Familienbuch erzählt noch vom Ahndl, der wohlhabenden Weidacherin. Im vorigen Jahrhundert fiel das Anwesen der Zertrümmerung anheim und den Überrest erwarb 1874 der Vater unseres hochgeschätzten Jakob Deuschl (*1866 - +1954), dem heute der Besuch gilt. Der Jakob liegt in der Schlafkammer und hütet das Bett. Wir freuen uns, wenn wir wie so oft, von den alten Zeiten plaudern können und die Deuschlmutter Maria gesellt sich auch zu uns. Der Jakob ist frisch und guter Dinge. Durch einen Sturz zog er sich vor einiger Zeit eine Prellung an den Oberschenkeln zu und das schwache Gehwerk braucht wieder seine Zeit. Die zwei Deuschlleut wissen ja soviel von früher her. 88 und 89 Jahre tragen sie schon bald auf dem Buckel. Sie sind unser ältestes Ehepaar. Maria Deuschl ist am 19.11.1865 in Maitenbeth geboren und Jakob Deuschl erblickte am 09.10.1866 in Oberdorfen das Licht der Welt. Als Achtzehnjähriger zog Jakob Deuschl mit seinem Vater in Weidach ein. Er erlernte beim alten Wolfbauer das Zimmererhandwerk. Der Wolfbauer aber war der Betreuer der hölzernen Isener Wasserleitung und so kam Jakob Deuschl ganz von selbst in das Amt des Isener Wasserwartes. Er kümmerte sich rund 60 Jahre um das Isener Wasser, ein Fall der so schnell nicht mehr kommen wird. Die Gemeinde verlieh ihm auch vor einiger Zeit für diese seltene Leistung da Ehrenbürgerrecht. Am 12. Februar 1889 schlossen Jakob und Maria Deuschl in St. Zeno den Bund der Ehe. Und da stutzen wir schon und ziehen den Rechenstift. Die zwei Deuschlleut sind ja am Freitag 65 Jahre verheiratet. Das ist ja der Tag der eisernen Hochzeit! Das ist ja schon wieder ein Fall, der so schnell nicht mehr kommen wird. Und das ist auch der Grund unseres Besuches. Lieber Jakob Deuschl, liebe Deuschlmutter, wenn auch die kirchliche und weltliche Feier eurer eisernen Hochzeit, auf die sich ganz Isen freute, durch den kleinen Unfall verschoben werden mußte – verschobenist ja nicht aufgehoben, so senden wir doch zu eurem Jubeltage viele herzliche Glück- und Segenswünsche in das stille Weidacher Stübchen. Wir freuen uns auf den Tag, da der Jakob wieder auf kann und in der Kirche und beim Fischerwirt wird dann sicher alles noch viel schöner hergerichtet. Unseren Lesern werden wir dann vondiesem seltenen Fest eingehend berichten.
 
Unbekannter Autor, erschienen 1954

 
 

 

 
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